DGVN - Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen / Landesverband Nordrhein-Westfahlen

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DGVN NRW | 28.08.2009

Veranstaltungsberichte

Bericht über den Vortrag und Diskussion mit Dr. Volker Treichel (Lead Economist, Nigeria, Weltbank) am Samstag, 27.06.2009 von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr im Wissenschaftspark Gelsenkirchen 

Nach der Begrüßung und einer Einführung durch die Vorsitzende Sabine Birken erläuterte Dr. Volker Treichel – Lead Economist bei der Weltbank in Nigeria

in seinem Vortrag am 27. Juni 2009 die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und wie sie gemildert werden können. Der Vortrag von Dr. Treichel gliederte sich dabei im wesentlichen in drei Teile: Im ersten Teil gab er einen analytischen Überblick über die gegenwärtige weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und die dafür verantwortlichen Gründe, im zweiten Teil veranschaulichte er, inwieweit die Krise die Entwicklungsländer berührt und im dritten Teil beschrieb er, was die Weltbank unternimmt, um der Weltwirtschafts- und Finanzkrise entgegenzuwirken und hierbei insbesondere den Entwicklungsländern zu helfen.

In seiner Analyse der Wirtschafts- und Finanzkrise führte Dr. Treichel sehr anschaulich die Hintergründe dieser Krise aus, die immerhin als die größte Krise seit der großen Depression der 30er Jahre bezeichnet wird, sowie die kausalen Zusammenhänge zwischen zwei großen Ländern, die im Mittelpunkt der krisenhaften Entwicklung stehen: China einerseits und die USA andererseits aus. China, was zu viel spart und die USA, die zu viel ausgeben. So wurde der Konsumboom in den USA weitgehend durch China finanziert. Aufgrund der schwachen Aufsicht des Finanzsektors und der dramatisch wachsenden Innovationsbereitschaft des Finanzsektors als Wurzel der Krise weiteten sich Gross-Bankrotte von führenden US-Banken auf das gesamte Finanzsystem in den USA durch Querverbindungen und Überkreuzungen von Risiken auf Europa und den Rest der Welt aus. Daraus folgt ein dramatisch verringertes Wirtschaftswachstum bis 2010, das allerdings die Industrieländer weit stärker trifft als die Entwicklungsländer. Somit ist festzuhalten, dass anders als bei früheren Finanzkrisen (z. B. Asien-Krise, Tequila-Krise und Russland-Krise) diese von den USA und anderen OECD Ländern stammt und nicht auf schwache makro-ökonomische Politik in Entwicklungsländern zurückzuführen ist. Die gesamte Welt ist durch Rohstoff-Preise, höhere Zinssätze und dem Verlust von Asset-Preisen betroffen. Aber die Entwicklungsländer sind in besserer Verfassung als je zuvor.

Am Beispiel von Nigeria führte Dr. Treichel dies exemplarisch aus. Dort hat der Konsolidierungsprozess ein solides Bankenwesen geschaffen, so dass heute Nigeria extrem stark innerhalb von Afrika ist. Der Verfall des Öl-Preises ist für Nigeria der wichtigste Übertragungsweg für die Krise. Das Fiskal-Defizit weitet sich aus und Investitionen in den Öl-Sektor fallen. Es gibt aber noch einen anderen Grund für die relative wirtschaftliche Stärke und Robustheit von Nigeria. Das Land erhält $ 10 Mrd. pro Jahr in Form von Auslandsüberweisungen und liegt damit weltweit hinter Indien, China, Mexiko, den Philippinen und Polen an sechster Stelle. Aufgrund der Krise werden diese Einnahmen wahrscheinlich zurückgehen, insbesondere wegen der Situation in den Industrieländern. Auch andere in der Vergangenheit gestiegenen Kapitalflüsse werden nachlassen, daher ist insgesamt von einem Nachlassen des Wachstums auszugehen.

Als Lehren aus der Weltwirtschaftskrise ist die Einsicht zu ziehen, dass die bestehenden Mängel in der Finanzaufsicht weltweit dramatische Folgen haben können. Daher forderte auch Dr. Treichel, die internationale Koordinierung der Finanzaufsicht zu stärken. Die Schlüsselfrage dürfte aber auch nach seiner Einschätzung sein, inwieweit souveräne Staaten bereit sind, die Autorität für Entscheidungen an internationale Behörden abzugeben. Im Hinblick auf Nigeria wird es nach seiner Ansicht und aus Sicht der Weltbank vor allem darauf ankommen, die Auswirkungen der Krise auf Nigeria zu mildern. Daher hat die Weltbank ein Stimulus-Paket beschlossen, mit dem die sie Nigeria mit Projekten von über $ 1 Mrd. unterstützen wird. Das Stimulus-Paket muss sich auf beschäftigungs-intensive Infrastruktur-Projekte und auf den Transport und Strom-Sektor konzentrieren.

Als Fazit des Vortrags von Dr. Treichel bleit damit festzuhalten, dass zunächst in erster Linie die Industrie- und nicht die Entwicklungsländer die Verlierer der Krise sind. Diese auf den ersten Blick beruhigende Feststellung darf jedoch nicht zu der Annahme verleiten, dass dies auch langfristig so bleibt (siehe Abhängigkeit vieler Entwicklungsländer von Einkommenstransferleistungen aus den Industrieländern). - Präsentation

 

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Bericht über das „Bonner Mittagsgespräche der DGVN NRW“ am 7. Mai 2009, 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Alten Rathaus der Stadt Bonn

„Inspiration in Action: 10 years after the International Year of Volunteers”

Vortrag und Diskussion mit Flavia Pansieri

Executive Coordinator of the United Nations Volunteers (UNV)

 

 

Im Rahmen der Reihe „Bonner Mittagsgespräche der DGVN NRW“ veranstaltete der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen einen Vortrag von Flavia Pansieri, Executive Coordinator of the United Nations Volunteers (UNV) im Alten Rathaus der Stadt Bonn. Aktuell zur Themenwoche Ehrenamt in den deutschen Medien präsentierte Frau Pansieri die Arbeit des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen und stellte sich anschließend eine lebhaft geführten Diskussion. Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV) ist eine Organisation der Vereinten Nationen zur Förderung von weltweiter Freiwilligenarbeit für Frieden und Entwicklung. Sie war die erste UN-Organisation, die ihren Sitz nach Bonn verlagerte und damit den Grundstein für den UN-Campus Bonn mit heute 19 UN-Organisationen mit rund 700 Mitarbeitern gelegt hat. Frau Pansieri führte anhand mehrerer praktischer Beispiele aus, wie Freiwilligenarbeit das Tempo und Wesen der Entwicklung verändert und wie letztlich sowohl die Gesellschaft als Ganzes als auch der einzelne Freiwillige von ihr profitiert. UNV leistet einen eindrucksvollen Beitrag zu Frieden und Entwicklung, indem es weltweit für Freiwilligenarbeit eintritt, Partner ermutigt, Freiwilligenarbeit in ihre Entwicklungsprogramme einzubeziehen, und indem es Freiwillige mobilisiert. 2008 trugen fast 8000 engagierte, berufserfahrene 'UNV volunteers' aus mehr als 159 Ländern mit ihrem Fachwissen vor Ort in 132 Ländern wesentlich zur Realisierung der Millenniums-Entwicklungsziele bei. Insbesondere hinsichtlich der MDGs zog Frau Pansieri in ihrem Vortrag eine durchaus kritische Bilanz und entwarf abschließend eine hoffnungsvolle Zukunftsvision.

Die Reihe „Bonner Mittagsgespräche der DGVN NRW“ wird in loser Folge fortgesetzt. Mit ihr versucht der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen zum einen eine „Öffnung des UN-Campus nach außen“, zum anderen auch eine Stärkung des UN-Standorts Bonn durch externe Referenten zu UN-relevanten Themen zu unterstützen. Die weiteren Themen und Veranstaltungen der Bonner Mittagsgespräche der DGVN NRW entnehmen Sie bitte dieser Website oder registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter. Sie erhalten dann automatisch die Ankündigungen und Einladungen.