Ein Gespräch über das Völkerrecht, den Multilateralismus, und die Wirkmacht internationaler Normen
01. Juli, 18:00 Uhr, Lorenz-Wielenga-Bibliothek, Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz
Die DGVN lädt gemeinsam mit der Young Researchers Group (YRG), die im Rahmen der vom 18.-19. September 2025 in Bochum durchgeführten Tagung „Revisiting Customary International Humanitarian Law: The ICRC Study at 20“, zur Veranstaltung „Wenn Krieg zur Gewohnheit wird“ ein.
Krieg, bewaffnete Interventionen und internationale Spannungen prägen immer stärker unseren Alltag. Wie wirksam sind internationale Normen und das Völkerrecht in dieser Realität? Welche Institutionen können Frieden sichern, und welche Instrumente stehen ihnen zur Verfügung? In unserer Podiumsdiskussion möchten wir diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: Wie funktioniert Völkerrecht (praktisch), welche politischen Rahmenbedingungen sind entscheidend, und welche historischen Erfahrungen können uns Orientierung geben?
Die jüngsten Verträge sind aus den 70ern, umso bedeutsamer ist das Völkergewohnheitsrecht, das seinerseits unter großer Spannung steht. Vielleicht brauchen wir bessere Verträge, jedenfalls mehr Commitment, weitere offene Fragen haben wir auf unserem Workshop identifiziert. In anderen Bereichen des Völkerrechts sind dieselben Fragen allgegenwärtig. Was sehen Völkerrechtswissenschaftler*Innen und Historiker hier für Trends, Gefahren, Lösungen? Darum soll es auf dem Podium gehen. Ideal wäre natürlich, wenn sich die völkerrechtliche und historische Perspektive auf die aktuellen Dynamiken vereinen ließen.
Es diskutieren:
Moderation: Rouven Diekjobst
Die Podiumsteilnehmenden eröffnen mit einführenden Impulsen aus ihren jeweiligen Kernbereichen das Gespräch, bevor wir im Anschluss die Diskussion vertieften wollen.
📅 Wann: 1. Juli, 18:00 Uhr
📍 Wo: Lorenz-Wielenga-Bibliothek, Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz, Kerpener Str. 30, 50937 Köln
Um Anmeldung wird gebeten: [email protected].
DGVN NRW once again offers you the opportunity to participate at National Model UN -this time in beautiful Barcelona! At NMUN Spain, DGVN NRW will represent Republic of Korea (GA, UNEA, UNESCO), Rwanda (UNDP), and Sweden (GA, UNDP, UNEA).
Participants are expected to prepare online before the Conference and also be available for the timeframe 19-28 November of this year - More info can be found on the NMUN webpage: www.nmun.org/conferences/nmunspain.html
Costs for fees, travel and accommodation will have to be borne by the participants, we aim to stay as a group in Barcelona in e.g. a hostel to keep expenses to a minimum. During the first two days we are going to explore the city on mandatory study-trip sightseeing tours.
Limited spots are available to anyone from Germany who has graduated from school and is aged 18 or over. To apply, please e-mail your CV and letter of motivation in English by June 8th to Thomas Weiler at:
[email protected]. Also feel free to contact us should you have any additional questions!
Kurzbericht unserer Teilnehmenden - Teil 2
Mit dem Zug ging es von Washington D.C. weiter nach New York und damit zum Hauptsitz der Vereinten Nationen.
Vor der Führung durch das Hauptgebäude der VN gab es einen interessanten Austausch zu aktuellen Themen der VN mit UN DESA, danach durfte die Gruppe die neuesten Entwicklungen im VR-Bereich ausprobieren.
Briefings gab es u.a. seitens des UNHCR, der Vertretung der Europäischen Union bei den VN und der ständigen Vertretung Deutschlands vor Ort. Ein Treffen mit dem Botschafter der African Union wurde leider kurzfristig abgesagt.
Die Spitze des UN-Generalsekretariats in New York wird alle fünf Jahre neu bestimmt. Die zweite Amtszeit von António Guterres endet am 31. Dezember dieses Jahres. Der Auswahlprozess für die nächste UN-Generalsekretärin oder den nächsten UN-Generalsekretär (2027–2031) läuft seit November 2025.

Bislang liegen vier offizielle Nominierungen vor. Die Kandidierenden stellten sich am 21. und 22. April 2026 in öffentlichen Anhörungen den Fragen der UN-Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft in New York.
Traditionell rotiert die Herkunft des UN‑Generalsekretärs zwischen den Weltregionen; turnusgemäß wäre Lateinamerika an der Reihe. Die UN‑Generalversammlung rief die Mitgliedstaaten ausdrücklich dazu auf, Frauen zu nominieren, da das Amt bislang noch nie von einer Frau besetzt wurde. Nach Angaben der zivilgesellschaftlichen Organisation „1 for 8 Billion“ unterstützen 92 Staaten die Ernennung einer UN-Generalsekretärin.
Die Entscheidung liegt jedoch beim UN‑Sicherheitsrat und kann, wie frühere Fälle zeigen, von bestehenden Traditionen abweichen (siehe Historischer Kontext). Eine Kandidatur kann nur erfolgreich sein, wenn sie kein Veto eines der fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich, Russland, die USA und das Vereinigte Königreich auf sich zieht. Die Einigung dieser sogenannten “P5” ist damit entscheidend (siehe Auswahlverfahren).
Wir geben einen Überblick darüber, wer derzeit nominiert ist, wie das Auswahlverfahren in diesem Jahr abläuft, welche Bedeutung dem Amt zukommt und wie frühere Wahlprozesse gestaltet waren.
Öffentliche Anhörungen der Kandidierenden
Die vier Kandidierenden stellten sich am 21. und 22. April 2026 in öffentlichen Anhörungen ("Interactive dialogues for the position of the next Secretary-General of the United Nations") den Fragen der UN-Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft in New York. Die Anhörungen wurden live über UN Web TV übertragen und sind weiterhin abrufbar.
Die Kandidierenden
Die nominierten Kandidierenden gelten allesamt als hochqualifizierte und international renommierte Persönlichkeiten. Für den erfolgreichen Ausgang einer Kandidatur ist vor allem ihre Akzeptanz bei den P5 relevant, um die Autorität und Unabhängigkeit des Amtes zu bewahren. Wir haben uns angeschaut, von welchen Staaten die Kandidierenden nominiert wurden und wie ihre jeweiligen Beziehungen zu den P5 einzuschätzen sind.
Kandidierende mit aktiven Funktionen im UN‑System wurden von der Generalversammlung angehalten, für die Dauer des Wahlkampfs von ihren Aufgaben zurückzutreten. Damit sollen Interessenkonflikte und institutionelle Vorteile vermieden werden.

Michelle Bachelet Jeria

Rafael Mariano Grossi

Rebecca Grynspan Mayufis

Macky Sal
Weitere Informationen zur Wahl, zum Amt "Generalsekretär:in" und zum Historischen Kontext finden Sie auf der Homepage des Bundesverbandes, der wir auch die vorstehenden Informationen entnehmen konnten.

Dass der UN-Sicherheitsrat oftmals politisch blockiert, handlungsunfähig und reformbedürftig ist, ist hinlänglich bekannt. Weniger geläufig hingegen ist, dass die UN-Generalversammlung mit ihren 193 Mitgliedstaaten sowie dem universellen Mandat in Fragen von Weltfrieden und internationaler Sicherheit seit einigen Jahren immer aktiver wird. Dies war bereits zu Beginn der Vereinten Nationen während des Ost-West-Konflikts der Fall. Welche Möglichkeiten und konkreten Werkzeuge der Generalversammlung zur Verfügung stehen, ist heute jedoch vielfach in Vergessenheit geraten. Hier findet sich mehr dazu.
Die Autorinnen und Autoren im Heft 2/2026 der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN zeigen neben den aktuellen Herausforderungen die Potenziale der Generalversammlung auf, wenn der Sicherheitsrat angesichts geopolitischer Spannungen politisch ausfällt.
Kurzbericht unserer Teilnehmenden - Teil 1
Die Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben erneut eine Studienreise gemeinsam organisiert und durchgeführt. Für mehrere Tage ging es zunächst in die U.S. Hauptstadt Washington. Vor Ort gab es für die 15-köpfige Gruppe die Möglichkeit zu Informationsbesuchen und dem anschließenden Austausch bei verschiedenen Organisationen: So konnten wir erneut das Hauptstadtstudio des ZDF besuchen und wurden auch wieder in der deutschen Botschaft empfangen.
Daneben hatten wir interessante Gespräche bei politischen Stiftungen und Think Tanks, wie etwa dem American German Institute, sowie bei der Organisation der amerikanischen Staaten (OAS).
Neben den inhaltlichen Höhepunkten besuchten wir u.a. auch das Capitol und die Library of Congress sowie Arlington National Cemetery. Anschließend ging es weiter zum Hauptsitz der VN in New York.
Join DGVN NRW e.V. for NMUN Barcelona 22-28 November 2026!
We will once again prepare and take a group to the National Model United Nations, this time to beautiful Barcelona! More info can be found on the NMUN webpage: www.nmun.org/conferences/nmunspain.html
This participation will be a special one as we aim to team up with students from Kosovo and Ukraine as a joint delegation. At NMUN Spain, UN General Assembly, UN Environment Assembly, UNDP and UNESCO will be simulated. Participants are expected to prepare together with our partners online before the Conference and also be available for the timeframe 19-28 November of this year!
Costs for fees, travel and accommodation will have to be borne by the participants, we aim to stay as a group in Barcelona in an AirBnB/hostel etc. to keep expenses to a minimum. During the first two days we will be able to explore the city on mandatory study-trip sightseeing tours.
Limited spots are available to anyone from Germany who has graduated from school and is aged 18 or over.
To apply, please e-mail your CV and letter of motivation in English by May 30th to Thomas Weiler at [email protected].
Also feel free to contact us should you have any additional questions!
Anfang dieser Woche hatte eine Studiengruppe der Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) die Gelegenheit zu einem intensiven und aufschlussreichen Austausch mit Allehone Abebe vom UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen in New York.
Die Diskussion vermittelte einen umfassenden Einblick in die Arbeit des UNHCR, insbesondere mit Blick auf die konkreten Auswirkungen aktueller Finanzierungsengpässe auf die operative Arbeit vor Ort. Gleichzeitig wurden die strategischen Ansätze des Global Compact on Refugees sowie deren Bedeutung für die internationale Zusammenarbeit beleuchtet.
Ein besonders anregender Aspekt des Austauschs war die Reflexion darüber, wie wirtschaftliche Integration und Unterstützung von Geflüchteten nicht nur als humanitäre Maßnahme wirken, sondern auch als Katalysator für eine breitere sozioökonomische Entwicklung in Aufnahmeländern dienen können.
Das Treffen wurde dankenswerterweise von der DGVN NRW ermöglicht.
Herzlichen Dank an Allehone für diesen offenen und engagierten Austausch.
Einladung zur Podiumsdiskussion
anlässlich der Verleihung des DGVN-Dissertationspreises
Freitag, 27. Februar 2026, um 18.00 Uhr,
im Alten Rathaus der Stadt Bonn,
Markt 2, 53111 Bonn
Mit den aktuellen Ankündigungen aus Washington, D.C., und Davos verschärft USPräsident Donald Trump seinen Kurs gegenüber den Vereinten Nationen. Der Vorstoß für alternative Formate globaler Ordnungspolitik wie einen US-geführten „Friedensrat“ wird von vielen Beobachterinnen und Beobachtern als Versuch gewertet, bestehende multilaterale Strukturen zu umgehen und politische Kontrolle zu zentralisieren. Kritiker warnen vor einer Schwächung universeller Institutionen, einer Fragmentierung internationaler Friedenssicherung und neuen Belastungen für das Völkerrecht.
Im 30. Jubiläumsjahr des UNO-Standorts Bonn laden die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und die Stadt Bonn zu einer Podiumsdiskussion anlässlich der Verleihung des DGVN-Dissertationspreises 2025 an Dr. Tim Heinkelmann-Wild ein, dessen Forschung zur Resilienz internationaler Organisationen neue Perspektiven auf die Handlungsfähigkeit der UN eröffnet. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen zentrale Fragen: Welche Folgen hat ein erneuter Rückzug der USA aus multilateralen Strukturen für internationale Organisationen? Was unterscheidet die zweite Trump-Präsidentschaft von der ersten? Und was ist im heutigen geopolitischen Kontext qualitativ neu? Wo liegen die Grenzen nationalstaatlicher Blockadepolitik, und welche Faktoren haben den Vereinten Nationen in der Vergangenheit geholfen, politischen Druck zu überstehen? Ausgehend von aktuellen politischen Entwicklungen werden zudem die Rolle Deutschlands sowie Zukunftsaussichten multilateraler Institutionen diskutiert.
PROGRAMM
Begrüßung
Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter, Bundesstadt Bonn
Karin Kortmann, stellvertretende Vorsitzende der DGVN
Laudatio
Prof. Dr. Gisela Hirschmann, Universität Leiden, DGVN-Forschungsrat
Dankesworte
des Preisträgers Dr. Tim Heinkelmann-Wild
Podiumsdiskussion
„Resilienz der Vereinten Nationen in Zeiten von Trump 2.0“
u.a. Dr. Tim Heinkelmann-Wild und Heidrun Fritze, UNFPA
Prof. Stephan Klingebiel, IDOS
Moderation: Dr. Silke Weinlich, UNSSC, Bonn, und DGVN-Forschungsrat
Bitte lassen Sie uns unter Anmeldung bis zum 20. Februar 2026 wissen, ob Sie an
der Veranstaltung teilnehmen werden. Keine Antwort gilt als Absage.
Bei telefonischen Rückfragen wenden Sie sich bitte an 0228 / 77 4249.
Im Rahmen der alle zwei Jahre anstehenden Mitgliederversammlung wurde von den Mitgliedern am 22.11.2025 in Köln der alte Vorstand und die Rechnungsprüfung entlastet. Da die Amtszeit des am 9. Dezember 2023 von der Mitgliederversammlung gewählten Landesvorstandes auf zwei Jahre begrenzt ist und mit dieser Mitgliederversammlung endete (§ 14 Abs. 1 der Vereinssatzung), ist ein neuer Vorstand zu wählen gewesen. Dies geschah nach Vorstellung der Kandidat:innen durch geheime Wahl. Julia Lombeyda Schnaus und Franziska Knur traten nicht mehr für den zu wählenden Vorstand an. Der alte Vorstand dankt den beiden für ihren unermüdlichen Einsatz in den vergangenen Amtsperioden und bedauert das Ausscheiden sehr!
Dem neuen Vorstand gehören die folgenden Personen an: Ronny Heintze, Patrizia Disselhoff, Thomas Weiler, Gerodine Kivoma, Lorenz Rubner, Amelie Gieseke, Tobias Fuchs, Michelle Gassner, Franz Müller und Louisa Hübers.
Weiterhin wurden die neuen Rechnungsprüfer gewählt: Stefan Beging und Keke Hildebrand.
Der neue Vorstand hat im Rahmen der sich an die Mitgleiderversammlung anschließenden konstituierenden Vorstandssitzung den neuen geschäftsführenden Vorstand gewählt: Patrizia Disselhoff und Thomas Weiler zu den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und mich, Tobias Fuchs, zum Vorstandsvorsitzenden. Ronny Heintze wurde erneut zum Schatzmeister gewählt. Wir freuen uns sehr über diese Ämterübertragung und das in uns gesetzte Vertrauen.
Das Jahr 2026 wird von vielen spannenden Projekten geprägt sein, auf die wir uns als neuer Vorstand schon freuen und auch weitere Ideen sind schon in der Entwicklung, um den Event-Kalender weiter zu füllen. Melden Sie sich auch gerne bei uns, wenn Sie eigene Ideen oder Anregungen haben oder wenn Sie sich bei einem unserer Projekte engagieren wollen. Hier sei exemplarisch unsere Studienreise nach New York genannt.
Unsere Mitgliedschaft ist so bunt wie das ganze Bundesland, von Münster bis Bonn von Aachen bis nach Bielefeld hat NRW in großen Städten und Ballungsgebieten sowie in kleinen Kreisen und Kommunen in Bezug auf unsere Ziele und Werte viel zu bieten und wir werden nicht müde, dies auch der breiten Öffentlichkeit immer wieder nahe zu bringen.
Um aber auch das ganze Land bedienen zu können, sind wir als Vorstand, der dieses Amt immer ehrenamtlich neben unserem Studium oder unseren Berufen ausübt, auch auf Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen angewiesen. Hier freuen wir uns über jeden Impuls aus der Mitgliedschaft zu Veranstaltungen, Vorträgen, Studienreisen und vielem mehr.
Hier liegt uns unter anderem das Thema Jugendpartizipation besonders am Herzen und wir freuen uns, nun schon mehrfach auch Standort für die Jugendkonferenzen der DGVN gewesen zu sein.
Wir wollen hier auch weiterhin den UN-Standort Bonn in den Fokus nehmen, jedoch auch weiterhin landesweit Veranstaltungen durchführen.
Melden Sie sich also immer gerne bei uns mit Ideen, Anregungen oder dem Wunsch zur Unterstützung einzelner Veranstaltungen oder Events.
Nun schließe ich einmal mit besten Wünschen für die Vorweihnachtszeit und den guten Start in das Jahr 2026. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich. Und gestalten Sie das Jahr 2026 im Sinne der Vereinten Nationen mit uns.
Ihr alter und auch neuer Landesvorsitzender
Tobias Fuchs

Bonns Oberbürgermeister Guido Déus (l.), Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (M.) und Sima Bahous, Exekutivdirektorin von UN Women (r.), halten gemeinsam einen Korb mit Brot und Salz als symbolisches Geschenk anlässlich der offiziellen Eröffnung des Büros von UN Women in Bonn.
UN Women hat am 21. November 2025 offiziell sein neues globales Büro in Bonn eröffnet. Damit erweitert die Organisation ihre weltweite Ausrichtung und verstärkt ihre Förderung der Frauenrechte, der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung aller Frauen und Mädchen zu einem Zeitpunkt, an dem Fortschritte in vielen Teilen der Welt bedroht sind. Das Bonner Büro ist neben New York und Nairobi eines der drei globalen Büros, die das weltweite Mandat von UN Women verankern und vorantreiben.
+++ Dies ist eine Pressemitteilung von UN Women +++
„Unsere drei globalen Standorte in New York, Nairobi und Bonn bringen UN Women näher an die Gesellschaft und Netzwerke, in denen wir wirken, und stärken unsere Fähigkeit, überall bessere, schnellere und effektivere Ergebnisse für alle Frauen und Mädchen zu erzielen“, sagte Sima Bahous, Exekutivdirektorin von UN Women. „Die Führungsrolle Deutschlands in Sachen Gleichstellung der Geschlechter ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, und UN Women ist dankbar für unsere langjährige Partnerschaft zur Förderung der Frauenrechte. Wir freuen uns darauf, von Bonn aus mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um die enormen Chancen der Gleichstellung zu erschließen und damit zu einer nachhaltigen Entwicklung, zum Friedens und zur Sicherheit weltweitbeizutragen.“
Zeitgleich mit der Verabschiedung des Strategieplans 2026–2029 von UN Women markiert das globale Büro von UN Women in Bonn einen wichtigen Schritt zur Ausweitung der globalen Präsenz der Organisation und zur Stärkung ihrer Fähigkeit, auf sich schnell ändernde Bedürfnisse zu reagieren. Der neue Standort vereint strategische öffentliche und private Partnerschaften, Kommunikation, Management und Verwaltung, Strategie und nachhaltige Finanzierung unter einem Dach und fördert Innovation, Zusammenarbeit und operative Exzellenz. Bonn wird auch als Hauptsitz des UN Trust Fund zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen dienen, der den einzigen systemweiten, von der Generalversammlung mandatierten gemeinsamen Fonds der Vereinten Nationen leitet, der sich für die Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen einsetzt.
Das neue Büro befindet sich auf dem Bonner UN Campus, auf dem mehr als 25 UN-Einrichtungen angesiedelt sind, und verbindet UN Women mit einem dynamischen Ökosystem, das sich mit Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt, globaler Entwicklung und Menschenrechten befasst. Diese enge Verbindung stellt sicher, dass die Gleichstellung der Geschlechter weiterhin im Mittelpunkt der UN-Aktivitäten in diesen wichtigen Bereichen steht.
„Wir sagen: Herzlich Willkommen, UN Women! Wir freuen uns sehr, dass das neue Büro jetzt in Bonn eröffnet wurde. Denn weltweit für Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit einzutreten, ist ein zentraler Baustein unseres Engagements für Multilateralismus und nachhaltige Entwicklung“, betonte Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
„Wenn Frauen die gleichen Rechte und Chancen haben wie Männer gibt es weniger Armut, weniger Hunger und mehr Stabilität in der Welt. Genau dieses Ziel verbindet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und UN Women. Unser gemeinsames Engagement zeigt: Die großen globalen Herausforderungen können wir nur gemeinsam erfolgreich bewältigen. Deutschland bleibt diesem kooperativen Ansatz verpflichtet – gerade in Zeiten, in denen sich manche lieber isolieren und abschotten. Noch mehr Präsenz von UN-Organisationen in Deutschland ist daher auch ein sichtbares Zeichen für die größere Bedeutung unseres Landes auf internationaler Bühne.”
Als deutsche UN-Stadt und globales Zentrum für Nachhaltigkeit, Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit spielt Bonn eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung von UN-Organisationen und der Förderung der internationalen Zusammenarbeit.
„Die Eröffnung des Büros von UN Women in Bonn ist ein wichtiger Schritt für Entwicklung und Wachstum des internationalen UN- und Nachhaltigkeitsstandorts Bonn und dessen Themenportfolio,“ sagte Bonns Oberbürgermeister Guido Déus. „UN Women findet in Bonn nicht nur sehr gute Arbeitsbedingungen und ein Umfeld mit hoher Lebensqualität für die künftig bis zu 90 Mitarbeitenden, sondern auch viele fachliche Anknüpfungspunkte und Netzwerkkontakte.“
Mit der Eröffnung des Global Office in Bonn und des Global Office in Nairobi, Kenia, investiert UN Women in moderne Arbeitsweisen und agilere globale Abläufe. Dieses Modell stärkt die Fähigkeit der Organisation, sich für alle Frauen und Mädchen überall einzusetzen und eng mit den Mitgliedstaaten, der Zivilgesellschaft und Partnern zusammenzuarbeiten, um den Fortschritt im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit zu beschleunigen.
Über UN Women
UN Women setzt sich für die Förderung der Rechte der Frauen, die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung aller Frauen und Mädchen ein. Als führende UN-Organisation für die Gleichstellung der Geschlechter verändern wir Gesetze, Institutionen, soziale Verhaltensweisen und Dienstleistungen, um die Kluft zwischen den Geschlechtern zu schließen und eine gleichberechtigte Welt für alle Frauen und Mädchen zu schaffen. Wir stellen die Rechte von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt des globalen Fortschritts – immer und überall. Denn die Gleichstellung der Geschlechter ist nicht nur das, was wir tun. Es ist das, was wir sind. https://www.unwomen.org.

Der ehemalige Bundesinnenminister ist am 15. Februar 2025 im Alter von 92 Jahren in Köln gestorben. Baum war ein ausgesprochen mutiger und geradliniger Politiker, der die Menschenrechte nicht nur dann hochhielt, wenn es opportun erschien. Sie galten ihm genauso in der Innen- wie in der Außenpolitik.
Gerhart Baum gehörte dem Deutschen Bundestag von 1972 bis 1994 an. Bereits als junger Abgeordneter wurde er im Jahr 1972 als Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium im Kabinett unter Willy Brandt berufen. Im Sommer 1978 wurde er dann zum Innenminister in der Regierung unter Helmut Schmidt ernannt.
In dieser Funktion gelang es ihm in der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus, die notwendige Strafverfolgung mit dem Erhalt des liberalen Rechtstaats, mithin der Bürger- und Menschenrechte, zu verbinden. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition trat er im Jahr 1982 als Minister zurück.
Später widmete Baum sich verstärkt dem Menschenrechtsschutz auf der internationalen Ebene. Von 1992 bis 1998 hatte er die Leitung der deutschen Delegation bei der UN-Menschenrechtskommission (CHR) in Genf inne. Durch seine klare Unterstützung der Menschenrechte im Innern konnte er der Stimme Deutschlands in der Kommission eine hohe Glaubwürdigkeit verleihen.
Im Jahr 1993 leitete Baum auch die deutsche Regierungsdelegation bei der UN-Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien. Dort gelang es durch seine Mitwirkung, die universelle Gültigkeit der Rechte und deren inneren Zusammenhang eindrucksvoll zu bestätigen, nachdem zuvor die wirtschaftlichen und sozialen Rechte und die bürgerlichen und Freiheitsrechte durch den Ost-West-Konflikt geteilt und von den beiden Blöcken verneinnahmt worden waren. Die Wiener Weltkonferenz über Menschenrechte, die den Grundstein sowohl für die Einrichtung des Hohen Kommissariats der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) als auch für den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) legte, wurde auch durch die starken Stimmen aus der Zivilgesellschaft zum Erfolg geführt, denen Baum maßgeblich zum Durchbruch verholfen hat. Er blieb deswegen auch weit über seine Amtszeit hinaus ein wichtiger und hoch geachteter Ratgeber des zivilgesellschaftlichen Forums Menschenrechte, zu dessen 30-jährigen Jubiläum er zuletzt 2024 noch in Berlin gesprochen hat. Der Kontakt zwischen Gerhart Baum und der DGVN stammt aus den 1990er Jahren. Die DGVN ist zusammen mit Amnesty International und der Humanistischen Union eine der Organisationen, die das Forum Menschenrechte gegründet hat. Von 2001 bis 2003 war Baum außerdem UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage in Sudan, dessen Regime er für seine Menschenrechtsverletzungen hart kritisierte.
Wenn man Gerhart Baum nach dem wichtigsten UN-Menschenrechtsdokument gefragt hat, an dem er mitgewirkt hat, hat er neben der Wiener Abschlusserklärung die Erklärung der Generalversammlung über Menschenrechtsverteidiger (Declaration on Human Rights Defenders) genannt, die am 9. Dezember 1998 durch die Resolution 53/144 verabschiedet wurde und bis heute den internationalen Standard für den Schutz von Menschenrechtsverteidiger:nnen bildet.
Wenn er auch oft zornig über die Missachtung der Erklärung war und sich gegen den Zynismus vieler Regierungen gewandt hat, die Übereinkommen unterzeichnen, obwohl sie schon wissen, dass sie ihre Ansprüche nicht umsetzen werden, so war ihm doch die Bedeutung der Worte auf Papier bewusst, die die unveräußerlichen Rechte allen als Maßstäbe und Berufungsgrundlage klar vor Augen führen. In seinem zum 90. Geburtstag vorgelegten Buch ‚Menschenrechte. Ein Appell‘ schreibt er, die ganze Fortschrittsgeschichte der Menschenrechte sei durchzogen von Rückschlägen. In seiner Unermüdlichkeit ansteckend glaubt der Liberale letztlich zuversichtlich an die Durchsetzungskraft des menschlichen Freiheitsdrangs. Ungeachtet jedes kurzfristigen Scheiterns bleibe die Aufgabe, „Stachel im Fleisch der Autokraten“ zu sein und jenen Verteidigern der Menschenrechte in aller Welt Rückenwind zu geben, die für die Freiheit der anderen ihre eigene, ja ihr Leben riskieren.
Beate Wagner

Die DGVN trauert um Horst Köhler, den ehemaligen Bundespräsidenten, langjährigen Leiter des Internationalen Währungsfonds und Träger der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille. Er war ein Visionär, der sich für nachhaltige Entwicklung und globale Zusammenarbeit einsetzte.
Mit dem Tod von Horst Köhler verlieren wir einen wichtigen Fürsprecher einer international gerechten Ordnung. Als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland von 2004 bis 2010 prägte er nicht nur die deutsche Innenpolitik, sondern setzte auch Maßstäbe in der internationalen Diplomatie. Als geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 2000 bis 2004 trat er für eine gerechtere und stabilere Weltwirtschaft ein, wobei sein Fokus stets auf den Schwellen- und Entwicklungsländern lag. Sein Ansatz, die globale Finanzordnung nicht nur aus der Perspektive der Industrieländer, sondern auch der ärmeren Regionen zu betrachten, ist ein bleibendes Erbe.
Im Jahr 2012 ernannte der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Horst Köhler zum Mitglied des ‚High Level Panel of Eminent Persons on the Post-2015 Development Agenda‘. In diesem Gremium wurde der globale Entwicklungsrahmen nach 2015 diskutiert – als Grundlage für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit Kofi Annan leitete Köhler zudem ein ‚Special Panel‘ der Afrikanischen Entwicklungsbank, das die Bank bei der Umsetzung ihrer Strategien zur Armutsbekämpfung unterstützte. Von 2017 bis 2019 fungierte er als Sondergesandter der Vereinten Nationen für die Westsahara.
Horst Köhler verstand es, Brücken zu bauen und zeigte durch seine internationalen Tätigkeiten und als Bundespräsident, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit und diplomatische Beziehungen eng miteinander verbunden sind. Mit der Verleihung der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille 2020 würdigte die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) Köhlers unermüdlichen Einsatz für internationale Zusammenarbeit und globalen Frieden. In seiner Dankesrede hob er die Verantwortung Deutschlands und Europas in der Weltgemeinschaft hervor und betonte die Notwendigkeit einer solidarischen globalen Ordnung.
Seine Politik war stets von einem klaren moralischen Kompass geprägt. Für Köhler ging es bei wirtschaftlichen Entscheidungen nie nur um Zahlen, sondern immer auch um die damit verbundenen sozialen und ökologischen Auswirkungen. Dies zeigte sich insbesondere in seinen nicht nachlassenden Bestrebungen, den Globalen Süden stärker in die weltwirtschaftlichen Prozesse einzubeziehen. Afrika wurde immer mehr zu einem bestimmenden Thema seines Wirkens. Unvergessen bleibt seine große Rede zum 70-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, die in dem eindrücklichen Appell mündete, Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der Vereinten Nationen bewusst anzunehmen und sich dabei von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. „Horst Köhler hat uns mit spürbarer Freude an seiner Leidenschaft für eine bessere Welt teillaben lassen und uns auch durch seine menschliche, zugewandte Art gewonnen“, so der DGVN-Vorsitzende Dr. Ekkehard Griep.
Die DGVN verliert mit Horst Köhler einen engagierten Freund und einen herausragenden Politiker, dessen Werk und Vermächtnis über seine Amtszeiten hinaus von Bedeutung bleiben. Wir werden seine Vision von einer gerechten und nachhaltigen Weltwirtschaft in Erinnerung behalten und sein Engagement für internationale Zusammenarbeit weitertragen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Weggefährten.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat der Vorstand des NRW-Landesverbands beschlossen, eigene Seiten auf Social Media Kanälen wie Facebook und Instagram einzurichten, um über seine Aktivitäten zu berichten, das Interesse für die Arbeit der Vereinten Nationen zu wecken und den Mitgliedern sowie Interessierten neue Plattformen für den Austausch zu bieten.

Durch die Präsenz auf Social Media möchten wir unseren öffentlichkeitswirksamen Auftritt aktualisieren und ausbauen, unsere geographische Reichweite ausdehnen und ein größeres Publikum sowie insbesondere jüngere Zielgruppen erreichen, um die Aufmerksamkeit von Interessierten zu wecken und nicht zuletzt neue Mitglieder zu werben. Es sind bereits weitere Post-Reihen und interaktive Aktionen geplant, um die Vereinsmitglieder stärker einzubinden. Ideen, Fragen, Anregungen und Wünsche können uns gerne zu jeder Zeit per E-Mail an [email protected] oder als Privatnachricht auf Facebook oder Instagram übermittelt werden.
Also, schaut mal vorbei und abonniert uns!
https://www.facebook.com/nrw.dgvn/ https://www.instagram.com/dgvn.nrw/